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Bluthochdruck: Häufigkeit

Wie verbreitet ist hoher Blutdruck (Hypertonie)?

Bluthochdruck gehört in Deutschland zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Nach dem Gesundheitsatlas Deutschland hatten im Jahr 2024 rund 20,3 Millionen Menschen ab 20 Jahren eine dokumentierte Bluthochdruckerkrankung. Das entspricht etwa 30 Prozent dieser Altersgruppe - also knapp jedem Dritten. Die Zahlen beruhen auf einer Hochrechnung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Menschen, deren Bluthochdruck noch nicht erkannt wurde, werden damit nicht erfasst.

Warum unterscheiden sich die Angaben zur Häufigkeit?

Nicht jede Untersuchung erfasst Bluthochdruck auf dieselbe Weise. Manche Studien messen den Blutdruck der Teilnehmer. Andere fragen nach einer bekannten Erkrankung oder werten ärztlich dokumentierte Diagnosen aus. Auch die untersuchten Altersgruppen unterscheiden sich. Deshalb lassen sich Prozentangaben aus verschiedenen Quellen nicht ohne Weiteres miteinander vergleichen.

Der Gesundheitsatlas nutzt Abrechnungsdaten von AOK-Versicherten und rechnet diese mit einem statistischen Verfahren auf die Bevölkerung hoch. Unterschiede zwischen den Versicherten und der Gesamtbevölkerung werden dabei berücksichtigt. Es handelt sich somit um eine Schätzung der Häufigkeit dokumentierter Erkrankungen.

Bluthochdruck nach Alter und Geschlecht

Mit zunehmendem Alter wird Bluthochdruck deutlich häufiger. In jüngeren Jahren sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Im höheren Lebensalter nähert sich die Häufigkeit an. Auch jüngere Menschen können jedoch einen erhöhten Blutdruck haben.

Wie deutlich der Zusammenhang mit dem Alter ist, zeigt die bundesweite RKI-Untersuchung DEGS1: Bei den 18- bis 79-Jährigen hatten etwa 30 Prozent der Frauen und 33 Prozent der Männer Bluthochdruck. Unter den 70- bis 79-Jährigen waren es bereits rund drei Viertel.

Diese Ergebnisse stammen aus den Erhebungsjahren 2008 bis 2011. Sie veranschaulichen die Altersunterschiede, sind aber keine aktuellen Häufigkeitszahlen. Anders als reine Diagnosestatistiken berücksichtigte die Studie sowohl gemessene erhöhte Blutdruckwerte als auch eine medikamentös behandelte, bekannte Hypertonie.

Wie häufig ist Bluthochdruck weltweit?

Nach den 2025 veröffentlichten Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO lebten im Jahr 2024 weltweit etwa 1,4 Milliarden Menschen zwischen 30 und 79 Jahren mit Bluthochdruck. Das entspricht rund einem Drittel dieser Altersgruppe.

Etwa 44 Prozent der Betroffenen wussten nichts von ihrer Erkrankung. Nur bei rund 23 Prozent war der Blutdruck unter Kontrolle. Diese weltweiten Anteile lassen sich nicht unmittelbar auf Deutschland übertragen. Sie zeigen jedoch, wie wichtig es ist, Bluthochdruck frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Welche Rolle spielen die Grenzwerte?

Wie viele Menschen als Bluthochdruckpatienten gelten, hängt auch vom verwendeten Grenzwert ab. Nach der europäischen ESC-Leitlinie von 2024 liegt bei einer Praxismessung weiterhin Bluthochdruck vor, wenn der obere Wert mindestens 140 mmHg oder der untere Wert mindestens 90 mmHg beträgt.

Die Leitlinie unterscheidet zusätzlich eine Kategorie "erhöhter Blutdruck" unterhalb dieser Grenze. Diese ist nicht mit der Diagnose Bluthochdruck gleichzusetzen. Auch die bei einer Behandlung angestrebten Zielwerte sind von den Diagnosegrenzen zu unterscheiden.

Bluthochdruck bleibt häufig unbemerkt

Ein hoher Blutdruck verursacht oft lange keine Beschwerden. Wer sich wohlfühlt, kann trotzdem betroffen sein. Regelmäßige Messungen helfen, erhöhte Werte frühzeitig zu entdecken. Ein einzelner erhöhter Messwert bedeutet dabei noch nicht automatisch eine dauerhafte Hypertonie. Wiederholt erhöhte Werte sollten Sie ärztlich abklären lassen.

Quellen:



Dieser Artikel stammt von BlutdruckDaten – der seit 2011 führenden App, die täglich Hunderttausende bei der Blutdruckkontrolle unterstützt. Unsere Inhalte basieren auf sorgfältig recherchierten, evidenzbasierten Daten und werden kontinuierlich aktualisiert (Stand 10/2026).



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